- die Aufgabe

Etwa jedes 6. Kind in Deutschland ist übergewichtig. Bei 7-8 Prozent aller Kinder und Jugendlichen liegt Adipositas (Fettleibigkeit) vor. ADD ACTION hat es sich zur Aufgabe gemacht den steigenden Zahlen von Übergewicht im Kindes- & Jugendalter und den daraus folgenden Erkrankungen entgegen zu wirken. Bildung braucht Gesundheit! Schon lange wird von vielen Seiten gefordert, das Thema "Gesundheit" früh in die Schulausbildung zu integrieren. Bisher ist dieser Schritt aber noch nicht - oder zumindest sehr unzureichend - geschafft worden.
Auf dem Prinzip der peer-to-peer education basierend, wollen die Studierenden rund um das Programm ADD ACTION möglichst frühzeitig in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen Impulse setzen, die zur aktiveren Freizeitgestaltung, einem Bewusstsein und einem Interesse an Ernährung, sowie zur sozialen Integration und Stärkung des Selbstbewusstsein der Kinder beitragen. Damit fügt sich das Programm hervorragend in den Verein für Gesundheitsprävention students-health-dialogue e. V. ein.
Als Präventionsprogramm besteht unsere Aufgabe daher nicht in der Therapie von übergewichtigen Kindern, sondern vielmehr in der frühzeitigen Konfrontation von Kindern und Jugendlichen mit Gesundheits- und Ernährungsfragen, der Ergänzung des wöchentlichen Sportangebots in der Schule und der Schaffung von Freiraum & Anreiz zur selbstständigeren, aktiveren Freizeitgestaltung. Unser klassen-übergreifendes Angebot soll den Kindern darüber hinaus die Möglichkeit einräumen, neue Freunde Kennen zu lernen und (neue) Hobbies mit anderen zu teilen.


Ein Rückblick

Die Idee ein Projekt zur Prävention von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen zu entwickeln kam Timo Deba, Medizinstudent und damals im 3. Semester, im Frühjahr 2008. Im Rahmen eines regelmäßigen Austausch-Treffens einer studentischen Initiative zur Gründung einer “Stiftung für soziales Engagement” an der Universität Witten/Herdecke, schlossen sich weitere Studenten an und die Projekt-Idee wurde weiter ausgebaut. Namentlich waren und sind dies Rosalie Keller, Andreas Klein, Julie Dornseif und Christelle Bihège, die sich Timo anschlossen und somit das Gründungsteam von ADD ACTION darstellen.

Zuerst begannen wir uns mit dem Thema Ernährung und Adipositas bei Jugendlichen näher auseinanderzusetzen, was uns unsere Studienrichtung Medizin oft erleichterte. Zusätzlich etablierten wir Kontakte mit verschiedenen Wissenschaftlern und Ärzten, unter anderem der Kinderklinik Datteln. Dort leitet Dr. Reinehr das Programm Obeldicks, welches in intensiver Betreuung adipöse Kinder behandelt. Zudem werden auch zweimal jährlich Schulungen zum Ungang mit adipösen Kindern für Fachpersonal angeboten.
Nach den Semesterferien ging es im Wintersemester 2008 weiter. In diesem Semester stand die Konzeption des Programms im Vordergrund, die Namensfindung und Zielsetzung beinhaltete und die drei Säulen hervorbrachte, auf denen ADD ACTION heute basiert: 1. Zur aktiven Freizeitgestaltung anregen, 2. Bewusstsein für Ernährung schaffen und 3. Selbstbewusstsein und soziale Integration fördern. Parallel dazu war die Integration unserer Gruppe in die bestehende Vereinsstruktur des Students Health Dialogue e. V. (SHD) eine Aufgabe dieses Semesters, die noch bis in das neue Semester hinein ragt. Dadurch kamen wir unter anderem zu zwei neuen Mitgliedern, die uns seit Herbst 2008 unterstützen, Lucas Klein und Sebastian Beltz, beide 1. Semester Medizin. Mit ihrer Hilfe konnten wir das Konzept abrunden und ersten Kontakt mit Schulen aufnehmen.

Als erstes reagierte das Albert-Martmöller Gymnasium in Witten, welches großes Interesse an unserem Angebot zeigte. Nach einigen Gesprächen mit Lehrern und Schulleitung entwickelten wir ein auf die Schulsituation maßgeschneidertes Konzept, welches wir seit dem 5. Februar 2009 jeden Donnerstag in die Tat umsetzen. In der Sporthalle (oder auch im Park, der Musikschule und auf dem Beachvolleyball-Feld) können alle Kinder der 5. Klassen des Albert-Martmöller Gymnasiums in der 7. und 8. Schulstunde an ADD ACTION teilnehmen. Da wir unser Programm im Rahmen einer freiwilligen AG anbieten, entsteht für die Kinder kein Anwesenheitszwang, was uns wichtig ist. Trotzdem können wir uns über eine rege Teilnahme freuen, denn bis auf Ausnahmen sind fast alle Stunden mit 20- 30 Kindern besucht. Anreize stellen die Erwähnung der regelmäßigen Teilnahme, unbenotet, im Zeugnis und ein Punkte-System dar, welches den regelmäßig teilnehmenden Kindern Vorrang in größer ausgeschriebenen Aktionen und Ausflügen einräumt. An der für ein Freizeitangebot hohen Teilnehmerzahl (20-25% der Jahrgangsstufe) und den Fragen der Kinder erkennen wir Interesse an Bewegung und Ernährung bei den Kindern, die uns bisher erfreulicherweise vorwiegend positive Rückmeldungen gegeben haben. Demnächst werden wir uns auf einem Elternabend vorstellen und hoffen in diesem Zusammenhang auch auf ein direktes Feedback der Eltern.

Wir freuen uns auch über die erfolgreichen Kooperationen mit anderen Institutionen und das rege Interesse, dass wir bei Anfragen entgegen gebracht kriegen. In diesem Semester konnten wir den Kindern bereits Schnupperstunden in professionellem Beachvolleyball-, Schauspiel- und Tanzunterricht anbieten. Für den Rest des Schul-Halbjahres konnten wir Partner für Schnupperstunden für ausgewählte Musik-Instrumente und Klettern gewinnen.